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 Zum Gedenken an unser ehemaliges Mitglied Lore Börner

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 Lore Börner, Gründungsmitglied  und  Seniorin unseres Zonta Clubs, ist am 6. Mai 2011 nach langjährigem Kampf gegen den Krebs gestorben. Auch wenn sie im vergangenen Jahr aus gesundheitlichen Gründen ihren Austritt aus dem Club erklären musste, so fühlen wir doch die erste Lücke, die in unserem Club entstanden ist. Zu viert  haben wir die Trauerfeier für sie in Berlin-Grünau miterlebt und gelbe Rosen an ihr Portrait gelegt.
 
Uns allen, besonders aber den jüngeren Clubmitgliedern, die Lore Börner nicht mehr so intensiv erleben konnten, möchte ich sie heute noch einmal in Erinnerung rufen.
 
Nach dem Fall der Mauer – der Name unseres Zonta Clubs soll ja auch daran erinnern - suchte der neuzugründende Club etwaige Mitglieder auch im Ostteil der Stadt. Lore Börner ist eines von ihnen gewesen.
Nach Studium und Promotion wurde sie 1956 als erste Frau wissenschaftliche Mitarbeiterin am Münzkabinett des Bodemuseums, an dem sie bis 1990 tätig war, seit 1973 auch als Stellvertretende Direktorin. Mit einem Werkvertrag arbeitete sie dort bis 1997. Den Ertrag ihrer kunsthistorischen Forschungen hat sie in zwei Büchern zusammengetragen:
1981 Deutsche Medaillenkleinode des 16. und 17. Jahrhunderts,
1997 Die italienischen Medaillen der Renaissance und des Barock im Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin.
Viele von uns erinnern sich an ihre interessanten Vorträge in unseren Meetings zu diesem Themenkreis.
 
Bescheiden wie sie war, machte Lore Börner kein Aufhebens von sich und ihren Tätigkeiten und verschwieg uns ihre weiteren Aktivitäten als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Medaillenkunst (seit 1990) und ihre langjährige Mitgliedschaft in der Numismatischen Gesellschaft zu Berlin, die sie sogar als Ehrenmitglied mit einer Medaille auszeichnete.
 
Eine eigene Familie war Lore Börner nicht vergönnt. Ihr Interesse an ihren Mitmenschen, ihre Warmherzigkeit kam nicht nur ihren Freunden zugute, - nicht umsonst ist sie für Familie Kluge, der sie sich bis zuletzt verbunden fühlte, Großmutter ehrenhalber gewesen.
Über den privaten Rahmen hinaus engagierte sie sich in ihrem Zonta Club. Sie war Stellvertretende Schatzmeisterin, häufig Kassenprüferin, stets hilfsbereit bei Clubaktivitäten wie dem Lichtermarkt und bei Besuchen im Oberlinhaus. Sie hat im Namen von Zonta für Blinde literarische Werke auf Kassette gesprochen.
So lange es ging, hat sie unser Reiseprogramm gerne mitgemacht.
In den letzten Wintermonaten verschlechterte sich ihr Zustand zusehends, so dass sie nicht mehr in ihrer hübschen kleinen „Betreuten“ Wohnung in Köpenick bleiben konnte, in die sie ja wegen des Aufzuges gezogen war. Telefonisch konnte ich sie dann im Caritas-Pflegeheim in Schöneweide nicht mehr erreichen, da sie zu schwach zum Telefonieren war.
Ich erinnere mich an viele liebe Telefonate mit ihr, bei denen sie immer erst einmal von mir wissen wollte, wie es mir ginge, bevor sie von sich erzählte. Ich vermisse sie. 
 
gez. Erika Winau, Zonta Club Berlin 1989

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